Samstag, 31. August 2013

Lustige Geschichten aus der Kindheit

Mir ist grad mal so, dir etwas über meine Kindheit zu erzählen, hatte halt mal wieder Zeit nachzudenken.

Ich glaub, ich war kein bequemes Kind. Das fing schon zur Geburt an. Ich war ein knapper 10 - Pfünder und bin auf normalem Weg zur Welt gekommen. Meine arme Mutter. Aber da konnte ich nichts dafür und ich kann mich auch nicht an die Geburt erinnern, aber ich hab mir bestimmt viel Mühe gegeben, schnell zu schlüpfen, denn ich wollte ja was erleben, in meinem Leben. Meine Schwester ist ein Jahr vor mir geboren und war, glaub ich, genauso groß und schwer mit einem Jahr, wie ich zur Geburt.



                                     Da hatte ich noch keine Falten. Vielleicht Speckfalten.

Meine frühesten Erinnerungen gehen dahin. dass ich oft den Himmel sah. Ich schau auch heute noch gern in den Himmel. Und dann erinnere ich mich auch noch an die großen Schatten, die urplötzlich über mir waren und tutzitutzi machten und ich erschrak und fing an zu plärren, bis die Tutzischatten wieder weg waren.

Ich war ein schlaues kräftiges Kerlchen. Meine Mutter steckte mich und meine Schwester ins Laufgitter, wenn sie außerhalb der Stube was tun wollte. Ein Laufgitter ist, falls du das nicht weißt, ein schweres viereckiges Holzgitter, dass man auf eine Decke stellte. Sie war sehr verwundert, wenn sie wieder reinkam, dass wir nicht mehr im Laufgitter waren. Ja, lange konnten meine Schwester und ich den Trick  nicht geheim halten. wir wurden beobachtet. Wahrscheinlich durch den Türspalt, Webcams gab"s damals noch nicht, da gab es noch nicht mal in jedem Haushalt einen Fernseher geschweige denn ein Telefon.
Also, ich erklär dir mal den Fluchtversuch: Ich habe das Laufgitter angehoben, meine Schwester ist halbdurchgekrabbelt, ich habe das Laufgitter auf ihrem Rücken abgestellt, dann bin ich durchgekrochen. Als letztes, ich war damals noch nicht gemein zu meiner Schwester, habe ich das Laufgitter nochmal angehoben und sie war auch in Freiheit. Naja, dann wurde wahrscheinlich eine andere Technik gefunden, um uns die Freiheit zu rauben.

Wahrscheinlich in der gleichen Zeit, es war wohl noch keine Möglichkeit gefunden, um uns die Freiheit zu rauben, hatte Mutter vergessen Brot zu kaufen. Sie setzte uns kurzerhand auf die Töpfchen, wahrscheinlich saßen wir immer sehr lieb und lange drauf und ging Brot holen. Sonst hätte sie Mecker von Oma bekommen, mit der wir zusammen wohnten und die auch gleich heimkommen sollte. Wir wollten der Mama ne Freude machen und gaben uns alle Mühe. Sehr zufrieden mit dem Ergebnis machten wir uns an die Arbeit und wollten der Mama ne ganz große Freude machen und begannen mit der Vergänglichkeit kulinarischer Genüsse wahre Kunstwerke an die Küchenmöbel zu zaubern. Ich glaub die Mama war stinksauer und hat sich die Kunstwerke gar nicht richtig angeschaut. Sondern gleich alles weggeputzt. Sie war gerade fertig, kam die Oma heim. Naja, heute bin ich groß und muss lachen.

 
 
Irgendwann als ich in die Schule ging, ich war in der ersten Klasse und den 2. Tag in der Schule. Ich war mit 2 Schulfreunden unterwegs und wir hatten uns in der Schule verlaufen und wussten nicht wie wir rauskommen sollten. Da sah ich auf einmal eine Tür und ich las. Ich konnte schon ganz gut lesen, hab ja immer die Hausaufgaben meiner Schwester gemacht. Da stand auf der Tür : HEIZUNG und darunter stand : ZUTRITT VERBOTEN. Also sind wir alle einzeln reingegangen, denn zu dritt durften wir ja nicht. Wir haben auch aufgepasst, dass der vorhergehende auch immer erst die Tür zugemacht hat. Dann kam der Hausmeister mit total rußgeschwärztem Gesicht schimpfend auf uns zu. Man hatten wir ne Sch... Angst. Beim Rausrennen hatte keiner Zeit auf irgendein Schild zu achten. Den Ausgang fanden wir dann ganz schnell.
Ich stand 20 Jahre später mal wieder vor  dieser Tür und musste laut lachen und keiner wusste warum.

 
Eine Geschichte ist mir heut noch eingefallen, die will ich dir noch erzählen. Ich war vielleicht 12 Jahre alt und bei einer Freundin. Die Freundin hatte ne Schwester, die hat sich geschminkt.  Das musste ja mal ausprobiert werden. Ich habe meine Freundin geschminkt. Sie sah Spitze aus. Dann begab ich mich in die Hände meiner Freundin. Ich schloss die Augen und genoss. Als sie fertig war, gab sie mir den Spiegel in die Hand. Sie hatte mir das ganze Gesicht mit  Lidfarbe grün gemacht. Nur leider hatte sie vergessen, dass man doch vorher Creme drunter machen muss. Das verdammte Zeug ging nicht ab. Mit Creme nachträglich nicht, mit rubbeln nicht, sie wollte mit der chemischen Keule ran, dass habe ich nicht zugelassen. So und nun? Musste ich mit diesem Gesicht 30 min durch die Stadt nach Hause laufen. Es war Sommer und bis zum Dunkel werden, war es noch eine Weile hin. Es hatte damals auch kaum jemand ein Auto, jedenfalls kannte ich keinen, der mich hätte fahren können. Könnt ihr euch diese mitleidigen Blicke unterwegs vorstellen? Eine Frau wollte mich ins Krankenhaus bringen. Das ist so peinlich. Aber man lernt fürs Leben.
Übrigens bekam meine Freundin auch jämmerlichen Ärger mit ihrer Schwester. Die Lieblingslidfarbe war alle. Aber wie wir die grüne Farbe zu Hause wegbekommen haben, weiß ich leider nicht mehr.

Eine noch. Ich glaub es war fast Schulajahresende 7. oder 8. Klasse. Ich hatte Tafeldienst und es war alles beschrieben vorn und hinten . Ich war sauer. Die ganze Klasse hockte um den Lehrertisch und hatte die Köpfe über irgendwas zusammengesteckt. Was machten die da? Ich wurde noch saurer. Aber ich hatte ne Idee. Ich stand am Waschbecken und machte den Schwamm klatschnass. Damit treffe ich ganz viele, waren so meine Gedanken und zielte auf die Köpfe. Ich war gut, mitten rein. Alle stoben schreiend auseinander und dann sah ich die Bescherung. Sie hatten sich das Klassenbuch, was der Lehrer vergessen hatte mitzunehmen, angeschaut. Die Matheseite war offen und dieser Lehrer schrieb mit Tinte ein. Na klasse. Es gab keine Mathezensuren mehr und ich war schuld. Dieser Lehrer trug sie auch nur ins Klassenbuch ein. Wir mussten noch in der letzten Schulwoche eine Arbeit schreiben. Alle waren sauer auf mich. Der Lehrer schrieb zukünftig mit Kuli ein, notierte sich die Zensuren extra, das Klassenbuch wurde nie wieder vergessen und Tafeldienst hatten immer 2 Schüler zusammen.
Jaja, ich war schon ein Teufelchen. Kann es nicht mehr ändern. Es formt dein Leben.

So genug getippselt. Ich hoffe, ihr konntet ein bisschen schmunzeln.

Die teuflische  Oma

1 Kommentar:

  1. (Kindheits)erinnerungen sind was Schönes,- auch ich erinnere mich gerne. Manchmal bedarf es nur eines Geruchs, eines Fotos, einer Redewendung...und eine Geschichte von früher fällt einem wieder ein. Ich denke, man sollte sie auch erzähle, denn so erlebt man sie noch einmal.
    Viel Spaß beim Erinnern
    LG
    Astrid

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