Sonntag, 22. Mai 2016

Freebook Demenzdecke, Nesteldecke, Fühldecke, Motorikdecke, Fummeldecke, Entdeckerdecke


Im Kopf sind schwarze Wolken,
das Denken fällt so schwer.
Reden, Machen, Laufen
kann ich bald nicht mehr.
Bitte bleibe bei mir
und reiche mir die Hand.
Lass mich nicht alleine im unbekannten Land.

Singe mit mir Lieder,
tu was mir gefällt.
Denn ich bin noch immer
ein Teil von dieser Welt.
 
Lies dir bitte den Text sorgfältig durch, bevor du mit deiner Arbeit beginnst.
Das Freebook ist auch für Anfänger geeignet.

Demenz ist nicht gleich Demenz. Nicht jeder demente Mensch wird mit so einer Decke umgehen oder umgehen können. Aber man kann probieren, einem Menschen damit Freude zu bereiten.
Ich habe verschiedene Decken
an immer den gleichen Menschen ausprobiert und jedes Mal war es anders. Wir haben auch nicht jeden Tag Lust zu arbeiten. Demenzkranke können auch eine Art Erinnerungsdecke bekommen. Wobei nicht immer unbedingt gute Erinnerungen wach gerufen werden. Wenn jemand früher Pferde hatte und daran erinnert wird,  kann dann die Wehmut Gefühle auslösen, die kein Mensch braucht.


Andere wollen die Decke als Therapiemittel einsetzen, da kann dann bestimmt etwas mehr „ Spielzeug „ eingearbeitet werden. die Decke eignet sich nicht nur für Demenzkranke, sondern auch für Schlaganfallpatienten, Parkinson, Blinde, Kinder, Behinderte usw.

Alle hier vorgeschlagenen Teile müssen nicht so imitiert werden. Du musst keine Tasche einnähen. Es sind nur Vorschläge. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange du dich an bestimme Regeln hältst.
Achte bei der Auswahl von Kleinteilen, dass sie waschbar und trocknerbeständig sind, nicht scharfkantig und giftig. Einige Heime waschen Textilien bei 60°. Das sollte man vorher abklären und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Das heißt, dann unbedingt nur Baumwolle nehmen und bei 60 ° vorwaschen und trocknen.

 
Schneide Baumwollreste oder sonstiges im Quadrat von 15 cm x 15 cm zu, es entsteht eine brauchbare Größe von etwa 53 cm x 53 cm. Dazu sind 16 Quadrate notwendig.
Du kannst auch andere Maße wählen.
Wenn du Jersey verwendest willst, solltest du mit Bügelvlies verstärken. Wer ganz sicher gehen möchte, dass der Stoff nicht ausfranst, der sichert alle Kanten mit einem Zickzackstich oder mit der Overlook. Bei stark fransenden Stoffen ist es sowieso empfehlenswert.
 
 
Dann benötigst du Krimskrams, wie Jerseyreste, Knöpfe, Folie, Steine, Perlen, Kleinspielzeug, Gürtelschnallen, Holzringe Schlaufen und vieles mehr. Fleece oder Vlies für innen und für die Rückseite Fleece oder Baumwolle.
 
 
Ich beginne jetzt die Kleinteile zusammenzufügen. Dabei muss nicht alles, was hier erwähnt wird, nachgemacht werden. Für die Kuschelteile hab ich dieselbe Größe Vlies ausgeschnitten.
 
 

Ich nähe die Teile überkreuz zusammen.

 

 

Schneide Schlaufen in unterschiedlichsten Breiten und Längen ( meine hier sind 4 cm und 5 cm breit und 10 cm bzw. 15 cm lang ), falte diese so, das kein Rand mehr zu sehen ist und nähe mit einem Zickzackstich in der Mitte zusammen.
 
 
Für Rascheleffekte arbeite ich Folie ein, in meinem Fall ist es ein Stück von einer Rettungsdecke, gut ist auch Bratschlauch. Ich habe auch schon gut knisternde Plastik genommen, hielt sogar waschen und trocknen aus. Muss aber nicht sein. Steine für ein weiteres Teil. Ich habe zum einarbeiten ein Gegenstück aus Baumwolle zugeschnitten.
 
 
 Die Teile knappkantig zusammennähen, bei der letzten Naht die Kleinteile ( wie Steine, Bälle, Murmeln etc.) oder die Folie einfügen.
 
 

Kleinteile, wie hier ein Knopf von einer ausrangierten Jeans, hab ich an den Rändern fest aufgezackelt.
 
 
Hier hab ich ein größeres Teil für ein kleine Tasche, die man mit einem Kamsnap versehen könnte, zugeschnitten. Es ist doppelt so groß, also 30 cm x 15 cm.
 
 
Ich habe es gefalten, so dass es genauso groß ist , wie die anderen Quadrate ( 15 cm x 15 cm ) und an den Seiten mit einer Hilfsnaht knappkantig zusammengenäht. Willst du einen Kamsnap zum Verschließen verwenden, dann solltest du den jetzt schon einfügen.

 
 
Für eine Tasche habe ich 3x so groß zugeschnitten. Also 45 cm x 15 cm. Man kann die Tasche auch kleiner machen.
 
 

Ich nähe die Seiten der Tasche zu, lasse aber an beiden Enden 1 cm offen.
 
 
Ich nähe dann gleich das Teil, wo die Tasche enden soll rechts auf rechts an das nächste Stück, hier wirst du sehen, warum der 1 cm wichtig ist.
 
 
Dann nähe ich die Kuschelteile mit dem nächsten Teil zusammen. Dabei die Teile links auf links legen und zusammennähen.
 
 
Ich schneide die Teile ein, das kann man aber auch ganz zum Schluss machen. Ich schneide in kurzen Abständen alle 3 Stofflagen gleichzeitig bis kurz vor die Naht ein.
 
 
Jetzt nähe ich alle Kleinteile, wie Schlaufen, Bindebänder, Jerseyreste, Perlenketten oder was es sonst noch so gibt, knappkantig an die Ränder oder fest auf die Quadrate.
 
 
Dann werden alle Teile rechts auf rechts aneinander gefügt, achte dabei auf deine vorher festgelegte Reihenfolge. An den Enden immer gut verriegeln. Wenn du die Streifen fertig hast, fügst du die Streifen rechts auf rechts aneinander. Pass dabei unbedingt darauf auf, dass du die Kleinteile immer schön zur Seite legst und auch das du nicht Ausversehen beim Nähen auf Kleinteile, wie Steinchen kommst. Die Nähte sollten übereinander passen, aber setze dir keine zu hohen Maßstäbe. Wenn es mal nicht zusammenpasst, ist es mit Sicherheit nicht ganz so schlimm, höchstens was zum Entdecken.


Jetzt hast du schon ein kleines Ergebnis. Jetzt kommt die Entscheidung, wie du weiterverfahren willst. Man kann eine Fleecedecke dahinter nähen oder wie ich, Vlies mit einarbeiten. Du kannst es ganz einfach zusammennähen, legst dazu Fleece oder Baumwolle in der Größe deiner Decke zurechtgeschnitten rechts auf rechts auf, nähst es zusammen und lässt eine Wendeöffnung von 20 cm. Die schließt du dann mit dem Matratzenstich oder du steppst einmal knappkantig ringsherum, dabei schließt sich die Wendeöffnung von selbst.
Man kann aber auch die Ränder mit einem Stoffstreifen versäubern.
 
 
Ich habe Vlies und eine Rückseite aus Baumwolle zugeschnitten.
 

Links auf links legen, dazwischen den Vlies und 1 cm breit am Rand entlang zusammengenäht.
 
 
Nur noch ringsherum einschneiden, dann ab in die Waschmaschine, dann in den Trockner ( im Trockner wird es richtig fluffig ) oder auf die Leine. Damit hat man einen Kuschelrand.
 

Und schon bist du fertig und kannst damit Freude bereiten.
 

Weitere Krimskramsbeipiele seht ihr hier

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Es gibt noch so unendlich viele mehr.
 
Viel Spaß beim Nachnähen und Freude beim Verschenken oder bei deiner therapeutischen Arbeit.

 
 

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Diese Anleitung ist nicht für kommerzielle Zwecke gedacht.
 
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Ich möchte mich bei allen Probenäherinnen für ihre geleistete Arbeit bedanken. Tolle Designs sind entstanden. Und hier kannst du die vielen Beispiele sehen und dir wundervolle Ideen holen.

 

Kommentare:

  1. Marina Stegmaier23. Mai 2016 um 20:49

    Ich bin absolut begeistert. Das wird definitiv mein nächstes Projekt für die lieben Menschen auf unserer Demenzstation. Ich bin jetzt schon sehr gespannt wie es ankommen wird <3

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  2. Also, ich wollte mal eben schnell danke sagen. Ich finde es eine ganz tolle Idee und werde so eine Decke für meine Mutter nähen.

    Danke für die tolle Anleitung

    Lg Manuela

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  3. Dies ist in der Tat eine tolle Idee für Besondere Kinder. Ich habe schon oft davon gehört, aber bisher keine Anleitung dafür gefunden. Deine ist sehr detailliert. Würdest du solch eine Decke auf Bestellung nähen? Lieben Gruß aus dem Bergischen Land, Sascha.

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  4. Wow, absolut toll! Meine Schwester leitet eine Tagespflege für Demenzerkrankte. So eine tolle Decke werde ich für Ihre Lieben nähen und bin auf die Reaktion gespannt! Vielen Dank für dieses tolle Projekt!
    LG Britta

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  5. Diese Nesteldecken sind einfach genial, liebe Muddel Mutsch! Deine Arbeiten haben mich bei meinem Thriller "Morgen früh, wenn Gott will" (Silberburg-Verlag) inspiriert. In dem Roman geht es u.a. um Altenpflege, Demenzerkrankte und NESTELDECKEN sowie FÜHLIS. Für alle, die sich dafür interessieren: gibt es überall zu kaufen oder in der Bücherei auszuleihen. Autorin: A. Konstandin

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